Exkursion: Vielfältige Projekte der Innenentwicklung in Münster

Im Rahmen der Kollegengruppensitzung am 28. April 2017 erkundeten WIR StadtplanerIn NRW in Münster aktuelle städtebauliche Projekte der Innenentwicklung unter Leitung des Architekturjournalisten Stefan Rethfeld. Obwohl im historisch gewachsenen dichten Stadtgefüge der Altstadt nur begrenzt Entwicklungsflächen verfügbar sind, entstanden hier in den letzten Jahren beachtenswerte Projekte.

Münster, Stubengasse. Foto: Martina Winandi

Münster, Stubengasse. Foto: Martina Winandi

An der Stubengasse, einer der letzten verfügbaren Flächen in der südlichen Altstadt, wurde 2009 eine Neubebauung der Architekturbüros Fritzen + Müller-Giebeler, Ernst Kasper sowie Deilmann und Kresing fertiggestellt. Das Gebäudeensemble um einen neu entstandenen dreiecksförmigen Platz überzeugt hinsichtlich der Bezüge zum Gassensystem der Altstadt, Maßstäblichkeit, Materialwahl und einer gelungenen Nutzungsdurchmischung.

Münster, LWL-Museum für Kunst und Kultur. Foto: Martina Winandi

Direkt am Domplatz befindet sich der Anbau des LWL-Museums für Kunst und Kultur aus dem Jahr 2013. Dieser zeichnet sich durch eine in Nord-Süd Richtung verlaufene Abfolge von vier halböffentlichen bis öffentlichen Räumen sowie einen gelungenen Anschluss an den Neorenaissance-Altbau gegenüber dem Dom aus. Im Zentrum der Architektur des Berliner Büros Staab Architekten steht das individuell zu bespielende Foyer, welches den Museumseingang markiert, aber auch Veranstaltungsort sein kann.

Münster, Studentenwohnanlage Böselburg. Foto: Martina Winandi.

Münster, Studentenwohnanlage Böselburg. Foto: Martina Winandi.

Im weiteren Umfeld der Innenstadt am südlich gelegenen Aasee entstand auf dem Gelände der baufälligen Studentenwohnanlage Böselburg aus den 60er Jahren eine neue Studentenwohnanlage vom Architekturbüro Kresing aus Münster. Die vier im Passivhausstandard errichteten Blöcke wurden farblich nach dem Vorbild der Farben des Mensch-Ärgere-Dich-Nicht Spiels voneinander abgesetzt und erhielten so eine eigene Identität. Eine asymmetrische Anordnung der Gebäude lässt einen spannungsreichen Wechsel von sich weit öffnenden Räumen und engen Durchgängen entstehen, während die Innenhöfe der Blöcke im Kontrast dazu introvertierte Rückzugsorte für die Bewohner bilden.

Die große Vielfalt der Projekte regte zu zahlreichen Diskussion in der Kollegengruppe über das Zusammenspiel von Architektur und Städtebau an.


Martina WinandiJohanna SchoppengerdDieser Text von Martina Winandi und Johanna Schoppengerd ist ein Beitrag zum Deutschen Architektenblatt, Ausgabe NRW 07/2017.

Fotos: Martina Winandi

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