Lüttich – Eine Stadt Erfindet Sich Neu

Lüttich – Eine Stadt erfindet sich neu

Wie jedes Jahr hat die Kollegengruppe ‚WIR Stadtplaner in NRW’ wieder eine Exkursion unternommen. Dieses Mal ging es, geführt vom Team ‚archigraphus’, nach Lüttich.

Die Stadt am Mündungsdreieck der Ourthe in die Maas ist aufgrund des fortschreitenden Landgewinnes durch die Begradigung der Flussläufe und Auffüllen von Nebenarmen mosaikartig gewachsen und hat über die Jahrhunderte eine spannende morphologische Entwicklung des Stadtgrundrisses erfahren.

Die Stadt Lüttich (Liége) gehört zur industriell geprägten Region Wallonien. Der Rückgang der Industrie führte nicht nur zu einem Identitätsverlust und einem rasanten Bevölkerungsrückgang verbunden mit der Entvölkerung ganzer Quartiere, es wandelte sich langfristig auch das Image der Region. Neue Chancen für die Stadtentwicklung haben sich eröffnet. Großflächige Areale wie das ehemalige Industriequartier Longdoz, aber auch kleine Potentialflächen, wurden seit den 70er Jahren  stetig für neue Wohnangebote, Kultureinrichtung und Flächen zur Naherholung in zentraler Lage umgenutzt. Darüber hinaus sind viele international beachtete Projekte wie der Gare des Guillemins von Santiago Calatrava oder das Museum La Boverie auf dem Gelände der Weltausstellung von 1905 entstanden.

Auf der Suche nach der neuen städtebaulichen Identität entdeckte die Kollegengruppe bei zwei Stadtspaziergängen die Kunst und Poesie im öffentlichen Raum, wiederbelebte Stadtviertel, Subkultur und bürgerschaftliches Engagement, architektonische Besonderheiten und regionale Spezialitäten.  Dabei war deutlich zu spüren, dass Lüttich sich im Umbruch befindet. Das Stadtbild ist geprägt von dem spannenden Kontrast zwischen einer bodenständigen Industriestadt und einer aufstrebenden Kulturmetropole.

Neben der Auseinandersetzung mit der Stadt Lüttich standen der inhaltliche Austausch innerhalb der Kollegengruppe und das Kennenlernen neuer Mitglieder im Fokus.

Text: Stefan Krapp, Martina Winandi

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